Für Klausuren lernen: dein Plan je nach verbleibender Zeit

Wie du am besten für deine Klausuren lernst, hängt vor allem von einer Zahl ab: wie viele Tage dir noch bleiben. Ein Monat lässt dir Zeit zum Lernen, drei Tage nur Zeit zu entscheiden, was du rettest.
Und wenn deine Vorlesungen schon durch Hekko gelaufen sind, startest du mit einem fertigen Lernzettel und Quizzen für jede: Du musst dich nur noch abfragen.
Kurz gesagt
- Dein Plan hängt von der verbleibenden Zeit ab: Je knapper, desto mehr streichst du.
- Priorisiere nach Gewichtung und Altklausuren, nicht nach der Reihenfolge der Vorlesung.
- Frag dich ab, statt nochmal zu lesen: Das ist es, was hängen bleibt.
- Schütze deinen Schlaf. Eine durchgemachte Nacht kostet mehr, als sie bringt.
Wann sollte man anfangen, für Klausuren zu lernen?
Idealerweise drei bis vier Wochen vor der ersten Klausur. So lange brauchst du, um jedes Fach mindestens zweimal durchzugehen, mit ein paar Tagen Abstand dazwischen.
Mit weniger Zeit geht es auch, aber dann musst du streichen, statt alles abzudecken.
Wenn du deine Wiederholungen übers ganze Semester verteilen willst, lies unsere Anleitung, wie du einen Lernplan erstellst.
Was tun, je nachdem, wie viel Zeit dir bleibt?
Ein Monat dient zum Lernen und Festigen, zwei Wochen zum einmaligen Durchgehen und Abfragen, eine Woche zum Abfragen der gewichtigsten Fächer, drei Tage zum Aussortieren. Hier der Plan für jeden Fall.
| Verbleibende Zeit | Ziel | Was du tust |
|---|---|---|
| 1 Monat | Lernen, dann festigen | Woche 1-2: erster Durchgang, ein Lernzettel pro Kapitel. Woche 3: Fragen und Altklausuren. Woche 4: Klausuren mit Zeitlimit und Liste „zu korrigieren“. |
| 2 Wochen | Alles einmal sehen, Lücken schließen | Tag 1-7: ein Durchgang, pro Einheit 10 Min. freier Abruf auf einem leeren Blatt. Tag 8-12: Altklausuren und Übungsaufgaben. Tag 13-14: eine Klausur mit Zeitlimit, kein neues Kapitel. |
| 1 Woche | Abfragen und korrigieren | Nur die Fächer mit dem meisten Gewicht. Fragen ab Tag 2, eine Altklausur mit Zeitlimit pro Fach an Tag 4-6. Letzter Tag: Lernzettel und Pause. |
| 3 Tage | Aussortieren | Tag 1: eine Altklausur pro Fach ohne Unterlagen, um deine Lücken zu sehen. Tag 2: an diesen Lücken arbeiten. Tag 3: Fragen, Lernzettel, dann schlafen. |
Klausuren über zwei Wochen verteilt? Plan rückwärts von jedem Termin aus. Für kurze Lernzettel folg unserer Anleitung zum Lernzettel erstellen.
Mit welchem Fach anfangen, wenn man nicht alles schafft?
Fang mit den Modulen an, die viel zählen und in denen du wackelst. Ein kleines Fach, das du schon kannst, kommt zuletzt.
Nimm dir eine halbe Stunde, um jedes Fach einzuordnen:
- Die Gewichtung: ECTS und Anteil an der Endnote, laut Modulhandbuch oder Prüfungsordnung.
- Deine Lage: Eine Klausur, die über Bestehen entscheidet, oder ein Drittversuch verdient mehr Stunden.
- Das Format: Multiple Choice, Rechenaufgaben, Kurzfragen oder Fallbearbeitung lernt man nicht gleich.
- Dein Stand pro Kapitel: grün (kann ich erklären), orange (erkenne ich wieder), rot (nie verstanden).
Die orangen Kapitel in den gewichtigen Fächern sind die, bei denen sich deine Stunden am meisten lohnen. Bei drei Tagen wählst du ein oder zwei rote aus und lässt den Rest bewusst liegen.
Warum abfragen statt nochmal lesen?
Weil die Anstrengung, eine Antwort aus dem Gedächtnis abzurufen, das Wissen festigt, nicht das erneute Lesen. Studierende, die das Abrufen eines Textes übten, erinnerten sich eine Woche später an mehr als die, die ihn nochmal gelesen hatten (Roediger und Karpicke, 2006).
Altklausuren sind der beste Startpunkt: Sie zeigen dir, was dein Dozent fragt und wie. Du findest sie oft bei der Fachschaft, im Lernportal deiner Uni oder bei Leuten aus höheren Semestern. Schreib früh eine, auch wenn es schlecht läuft: Du siehst sofort, wo deine Lücken sind.
Für den Rest brauchst du Fragen zu deinen Vorlesungen. Mit Hekko entstehen Quizze und Lernzettel aus deinen eigenen Vorlesungen, im Hörsaal aufgenommen oder importiert: Du fragst dich zu dem ab, was deine Dozentin wirklich gesagt hat, nicht zu generischen Fragen.
Schreib jeden Fehler auf eine Liste „zu korrigieren“: Die arbeitest du am Ende ab.
Ein Fach nach dem anderen lernen oder abwechseln?
Abwechseln. Fächer und Aufgabentypen am selben Tag zu mischen, fühlt sich anstrengender an, bringt in der Prüfung aber meist bessere Ergebnisse, als ein Thema im Block zu lernen.
- Zwei oder drei Fächer pro Tag.
- Blöcke von 45 bis 90 Minuten, bevor du wechselst.
- Das schwerste Fach am Vormittag.
So lernst du auch, ähnliche Begriffe auseinanderzuhalten. In Jura zum Beispiel trainierst du mit Lösungsskizzen zu Sachverhalten aus Altklausuren: In der Zeit für eine ausformulierte Klausur schaffst du drei oder vier.
Wie viele Stunden am Tag lernen in der Klausurenphase?
Rechne mit vier bis acht Stunden konzentrierter Arbeit am Tag, je nachdem, wie viele Tage du dieses Tempo halten musst. Darüber ist jede Stunde weniger wert.
- Mit einem Monat: vier bis sechs Stunden, mit einem leichteren Tag pro Woche.
- Mit einer Woche oder weniger: bis zu sieben oder acht Stunden, mit Pausen.
- Zähl nur konzentrierte Stunden, das Handy weit weg.
Schlaf ist nicht der Puffer. Er festigt, was du tagsüber gelernt hast. Hör eine Stunde vor dem Schlafengehen auf und schütze vor allem die letzte Nacht. Für den letzten Abend lies unseren Artikel zum Lernen vor der Prüfung.
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